Sonntag, 21. August 2011

Wenn du stirbst,

________zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie



Was wäre, wenn heute dein letzter Tag wäre? Was würdest du tun? Wen würdest du küssen? Und wie weit würdest du gehen, um dein Leben zu retten? Samantha Kingston ist hübsch, beliebt, hat drei enge Freundinnen und den perfekten Freund. Der 12. Februar sollte eigentlich ein Tag werden wie jeder andere in ihrem Leben: mit ihren Freundinnen zur Schule fahren, die sechste Stunde schwänzen, zu Kents Party gehen. Stattdessen ist es ihr letzter Tag. Sie stirbt nach der Party bei einem Autounfall. Und wacht am Morgen desselben Tages wieder auf. Siebenmal ist sie gezwungen diesen Tag wieder und wieder zu durchleben. Und begreift allmählich, dass es nicht darum geht, ihr Leben zu retten. Zumindest nicht so, wie sie dachte ...

~*~

Noch nie habe ich einen Hauptcharakter so sehr verabscheut und konnte mich NULL mit diesem identifizieren. Aber das war wahrscheinlich von der Autorin Lauren Oliver beabsichtigt. Mit Erfolg.

Was es mit den 7 Tagen nach dem Autounfall auf sich hatte, kann ich nicht erklären. Vielleicht eine parallele Andeutung zur Bibel oder vielleicht doch keine tiefere Bedeutung... Wer weiß. Dass es einen an den Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" erinnert, ist nichts besonderes. Im Buch erinnert sich Samantha auch an den Film und konnte nicht realisieren, wieso das mit ihr geschieht. In den Tagen nach dem Unfall dreht Sam eine 180° Wendung. Sie ändert sich, wird aufmerksamer und auch gefühlsvoller. Die Oberflächlichkeit verschwindet mehr und mehr und nach einer Weile wird sie einem auch etwas symphatischer. Trotzdem ist es sehr traurig, dass ihr erst nach dem Tod bewusst wird, was für ein oberflächlicher gemeiner Mensch sie war. Das nützt ihr dann auch nicht mehr viel, da für sie die Zeit abgelaufen ist.

Die Frage, die ich mir aber am Ende des Buches stellte, ist:
Waren die sieben Tage, die Sam durchmachte, echt?


Wurde ihr Leben in einer Art Parallelwelt fortgeführt? Oder war nur der erste Tag mit dem ersten Unfall echt und
Säm erlebt in den letzten Sekunden ihres Lebens seltsame Fantasien, die ihr wie Tage vorkommen? Oder zählt nur der letzte Tag als richtiger Verlauf und die 6 Tage davor haben dann nie wirklich existiert? Dieses Rätsel finde ich wirklich faszinierend, weswegen ich das Buch definitiv weiterempfehlen würde. Auch war es interessant zu erfahren, was Samantha aus jeden einzelnen Tag macht und was man über andere Individuen in der Geschichte erfährt. Ab und zu musste ich auch etwas schmunzeln, da einige Passagen mit Humor glänzten. Der Einzige schlaggebende Minuspunkt war wirklich die Tiefgründigkeit. Klar kann man in einigen Kapiteln mehreres hineininterpretieren, aber eine neue "Erleuchtung" oder wenigstens eine neue philosophische Erkenntnis über das Thema "Tod" bekommt man nicht, was ich mir irgendwie erhofft hatte... Ich wollte einfach nur wissen, wie eine Schriftstellerin auf dieses Thema eingeht...

Aber alles in allem ist es KEIN schlechtes Buch. Nur weil es für mich nicht tiefgründig genug war, muss es ja nicht für jeden auch so sein. Und eventuell können manche sich sogar mit der Protagonistin identifizieren. Es ist aber definitiv doch eher an ein jugendliches Publikum gerichtet.


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1 Kommentar:

  1. "Das Gesicht kennste doch", dachte ich mir und da fiel mir auch schon dein Vorname ein. Darf man den hier überhaupt posten? Jedenfalls fängt er mit S an. So, wenn das nicht mal Proof genug ist ^__^

    Du wohnst noch in Berlin, ich bald nicht mehr. Ausbildung zuende - es geht ab nach Bayern. Wir kennen uns übrigens von der Jappy-Community, der ich ausgetreten bin. KnopfaugesRache.

    Was ich sagen wollte: ich teile deine Buchmeinung. Ich hab mir das auch geholt, weil ich immer auf der Suche nach einer außergewöhnlichen Story bin - obwohl es relativ nett war, störte mich da schon der einfache Schreibstil ein wenig. Besonders mit welchen Freundinnen sie abhängt, ist furchtbar.
    Insgesamt "... und täglich grüßt das Murmeltier" sehr ähnlich.

    Zwei Tipps für dich: "Erebos" von Ursula Poznanski und "Teufelszeug" von Joe Hill. Schau dir mal bei Interesse die Klappentexte auf Amazon an.

    PS: Glückwunsch zum erfolgreichen Umzug!

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